Battlefield 3
Das Rückgrat eines jeden Battlefield-Spiels sind seine Soldatenklassen. In Battlefield 2 waren's seinerzeit noch sieben, doch mittlerweile hat sich Dice serienübergreifend auf vier eingeschossen. Wer jetzt denkt: »Die kenn' ich schon aus Battlefield: Bad Company 2 oder Battlefield Heroes oder Battlefield Play4Free , schreibt endlich was über die Jets!«, der liegt falsch, denn die Entwickler haben die Ausrüstung der Kämpfer in Battlefield 3 sinnvoll durchgemischt und neue Fähigkeiten hinzugefügt. Das sorgt für ein ganz neues Spielgefühl.
Der Sanitäter heißt nun Sturmsoldat. Anders gesagt: Der Typ mit dem Granatwerfer kann nun auch heilen und mit dem Defibrillator gefallene Kameraden ins Leben zurückholen. Den muss er allerdings erst mit verdienten Punkten freischalten. Wie schon in Bad Company 2 kann der Feldarzt seine Rolle in der Anfangszeit also gar nicht ganz ausfüllen, auch wenn man den für das Gerät erforderlichen Rang recht schnell erspielt.
Außerdem ersetzt der Granatwerfer, so wir ihn denn mitnehmen, das Medipack. Wir müssen uns vor dem Spieleinstieg also überlegen, welche Ausrüstung uns und dem Team mehr nützen wird. Das Erste-Hilfe-Paket liefert regelmäßig mehr Punkte, womit Dice den oft als »Noob Tube« (Anfängerröhre) verschrieenen Granatwerfer uninteressanter gemacht hat. Wenn das bedeutet, dass wir öfters geheilt werden, soll uns das nur recht sein.
Weil der Sturmsoldat nun keine Munition mehr ausgibt, sich also selbst nicht mehr mit Patronen versorgt, ist's mit dem ungeliebten »Granaten-Spam« aus Bad Company 2 in Battlefield 3 vorbei. Nachschub gibt’s hier beim Versorgungssoldaten, der zudem als Einziger Zugriff auf die leichten Maschinengewehre des Spiels hat.
Wer von so einem MG unter Dauerfeuer genommen wird, dessen Sicht verschwimmt. Das soll den Effekt von Deckungsfeuer simulieren. Wenn ein derart eingeschüchterter Gegner von einem unserer Kollegen erledigt wird, erhält der MG-Schütze Bonuspunkte, selbst wenn er den Schurken gar nicht selbst getroffen hat. Ein cooles, das Teamspiel förderndes Konzept.
Der Versorger hat auch C4-Sprengsätze und Claymores im Gepäck. Letztere sind Anti-Personen-Minen, die schon in Battlefield 2 oder in der Call of Duty-Reihe gefürchtet waren. Sie lösen allerdings nur bei sich schnell bewegenden Feinden aus, können also geduckt oder kriechend umgangen werden. Weil der Versorger immer nur maximal zwei Claymores und sechs C4-Ladungen gleichzeitig auslegen darf, müssen wir keine unüberwindbaren Minenfelder befürchten.
Und dann steht dem Support noch eine gänzlich neue Waffe zur Verfügung: der Mörser. Den stellen wir an einem sicheren Plätzchen auf und verschießen dann über beachtliche Entfernungen Splitter- und Rauchgranaten. Dabei zielen wir über eine eingeblendete Karte des Schlachtfelds, sind also darauf angewiesen, dass unsere Mitspieler Gegner markieren. Das funktioniert nach dem gleichen Prinzip wie schon in Bad Company 2: Gegner anvisieren und Q-Taste drücken, dann wird der Spitzbube ein paar Sekunden lang für alle Team-Kollegen mit einem roten Pfeil markiert, sowohl in der Spielwelt als auch auf der Karte.
Dieses sogenannte 3D-Spotting mag für Shooter-Puristen wie ein legaler Wallhack erscheinen und das realitätsnahe Gesamtbild von Battlefield 3 trüben. Doch im wahren Leben würden Soldaten einander sicherlich auch mitteilen, wenn sie irgendwo einen Gegner erspäht haben, und genau das überträgt das 3D-Spotting gelungen in die Spielwelt. Server-Administratoren dürfen das System allerdings auch ausschalten.
So oder so bleibt die Q-Taste der Battlefield-Wunderknopf: Sturmsoldaten anklicken, schon weiß der, dass wir Erste Hilfe brauchen, Versorger markieren, und der gibt uns (hoffentlich) Munition. Wer dennoch auch mal zwanglos »Go go go!« rufen will, wird sich über die »Commo Rose« freuen; ein Ringmenü mit vorprogrammierten Funksprüchen, wie man es aus Battlefield 2 kennt. Server-Administratoren dürfen das System allerdings auch ausschalten.
Der Aufklärer wird in Battlefield 3 endlich seinem Namen gerecht. Er bedient sich zwar wie gehabt aus einem Arsenal von Scharfschützengewehren, doch seine drei freischaltbaren Zusatzgeräte dienen allein der Feinderkennung: Der stationäre Bewegungsmelder markiert gegnerische Infanteristen im Umkreis von gut zehn Metern, mit seiner fliegenden Drohne kann der Recon-Soldat Mensch und Maschine aus der Luft ausspionieren (währenddessen liegt er allerdings ungeschützt herum), und das Laserzielgerät kennzeichnet selbständig Fahr- und Flugzeuge in seinem Sichtbereich. Derart markierte Vehikel werden für zielsuchende Raketen unserer Team-Kollegen vorgemerkt. Zum Beispiel für die der Jets. Ach, die Jets... aber erstmal weiter mit dem Recon.
Zu Standardausstattung des Aufklärers gehört der mobile Spawn-Punkt: ein kleiner Sendemast, der uns als Einstieg dient. In überdachtem Gelände tauchen wir dann direkt neben dem Gerät auf, auf freier Fläche springen wir mit dem Fallschirm darüber ab. Das können wir nutzen, um etwa unzugängliche Orte wie besonders hohe Häuserdächer zu erreichen. Gleichzeitig motiviert das den Recon-Soldaten aber auch dazu, die Camperei sein zu lassen und seinen Kollegen einen Einstiegspunkt nahe der Front zu verschaffen, denn auch andere Spieler können an der Funkantenne einsteigen. Und jeder Spawn t beschert dem Aufklärer Punkte.
Panzerfaust, Minen, Karabiner und der Schweißbrenner zum Reparieren von Fahrzeugen sind das Handwerkszeug des Pioniers. In Battlefield 3 bekommt der zudem Boden-Luft-Raketen, um Hubschrauber und Jets vom Himmel zu holen. Oh je, die armen Jets! Zu denen kommen wir aber erst später.
Als neues Gadget spielt der Pionier einen Minenräum-Roboter frei. Diese fernlenkbare Drohne auf Rädern (beziehungsweise Ketten) steuert sich zwar extrem störrisch, dafür können wir damit aus sicherer Entfernung Fahrzeuge reparieren, im Rush-Modus Bomben legen und sogar unachtsame Gegner zu Tode löten. Nummer 5 macht tot!
Als Mechaniker wird der Pionier nicht mehr so oft benötigt wie in anderen Battlefield-Spielen, denn sämtliche Fahr- und Flugzeuge reparieren sich in Battlefield 3 bis zu einem gewissen Grad selbst, sobald sie lange genug aus der Schusslinie bleiben. Zudem halten die Vehikel mehr aus als in den Vorgängern. Selbst ein mickriger Jeep kann einen direkten Panzerfausttreffer schlucken, ohne zu explodieren.
Stattdessen gilt die Karre nun als stillgelegt: Sie kann nicht mehr fahren, repariert sich nicht mehr von alleine und verliert stetig Gesundheitspunkte, aber die Bewaffnung funktioniert noch. Eine einzelne Mine etwa sprengt einem Kampfpanzer spektakulär die Ketten weg, woraufhin das Ungetüm zum Stehen kommt, wehrlos ist der Tank damit jedoch noch lange nicht. Die Aktion beschert uns bereits 100 Erfahrungspunkte (so viel wie ein Abschuss), geht die Kiste in der Folgezeit noch hoch, gibt’s 50 obendrauf, und wenn der Fahrer mitgeht nochmal 100. Duelle mit Fahrzeugen sind also knifflig, aber ertragreich.